Die Ärzte: Ey Jan Vetter, erzähl mir über Sex mit Beezos.

Verrat. Hochverrat. An Kleinkunst, Kultur, Musik, Herkunft und der Punkszene. Zugegeben, aus dieser hat sich die selbsternannte Beste Band der Welt schon lange zurück gezogen. Es reicht eben nicht nur, wenn man sich Punk auf die Fahnen schreibt, man muss es auch fühlen, leben und vor allem hören können.

Hören, kann man bei dem neuen Ärzte Song nur eines, und zwar wie tief man als stadtbekannter Punk nur sinken kann und wie tief man im allerwertesten von Jeff Beezos kriechen muss, um ein Lied über eines der schlechteste Produkte unserer Zeit machen zu müssen.

Doch ein Deal reicht nicht aus, also holen wir neben Steuervermeider Nummer Eins der Bundesrepublik auch noch ein Stückchen Obst dazu und feiern die absolute Datenunsicherheit unseres Jahrtausends und bejubeln die schlechteste Gesellschaft, die es je gab so richtig, in dem wir uns einen Gaudi daraus machen, wie diese beiden Spaßbremsen miteinander virtuelle Orgasmen erleben.

Natürlich stammt eine solche Hymne über die digitale Spaltung unserer Spezies von einer systemtreuen Punkband, dessen Jugend ausschließlich darin bestand, den nächsten Song auf die Liste der Jugendgefährdenden Schriften zu bringen. Sid Vicious würde sich im Grab rum drehen, bevor er entweder System untreuen Menschenverachtenden Firmen die Hand geben würde oder in die gleiche System getreue, aufgesetzte Krankheitswahnhysterie einschlagen würde.

Ein echter Punk wie Dirk Felsenheimer geht in die Politik und will dort mittels der Partei etwas verändern, wenn der Weg aber zu steinig und schwer (jetzt bitte keinen Verschwörungsohrwurm bekommen) ist, lässt man das aber lieber bleiben und trällert mit Winkle Pickers Spezi Jan lieber das Lied von Siri und Alexa und holt mittels einem Fan – Video die Mit-Konkurrenten, um die unehrlichste Punk Krone des Landes, Die Toten Hosen, noch mit ins s(t)inkende Boot der Republik.

Punks, die durch Popmusik zu Millionären wurden und immer noch davon träumen Punk zu sein, um jetzt systemgetreu dem Mainstream den Zucker in den Arsch blasen.

Doch was so ein echter Rebell ist, dem keiner sagt, was er zu tun hat, außer wann er brav seine Maske zu tragen hat, der hat auch keine Schuld daran, das die Welt noch schlimmer geworden ist, als sie jemals war. Es wäre nur seine Schuld, wenn sie so bleibt. Es ist einfach,das eigene Pferdegebiss soweit aufzureißen, wenn man keine eigenen Taten sprechen lassen muss und lieber in der Welt rum reist, um Bilder zu machen, die kein Mensch braucht.

Haben Die Ärzte etwa geglaubt, dass ihre Musik ausreicht, um Die Welt besser zu machen? Selbst mit ihrem neuen Song machen sie die Welt noch nicht einmal ein Stück schlechter, denn die Welt blickt bereits tief in den Abgrund und die viel zitierte Chance, die wir durch Corona erhalten haben, ist in der von mit Dollarzeichen weit aufgerissenen Augen untergegangen. Die Augen sind das einzige in das man bei einem fremden Menschen jetzt noch schauen kann und dieser Blick ist mehr als traurig.

So quatschen Die Ärzte, ganz getreu dem Motto ihrer großen Namensgeber, in Zeiten der größte Krise der Spezies Mensch nicht etwa über Zeitenverändernde Gesundheit, sondern wie alle nur über Krankheit.

Ja, es gibt eine neue Krankheit, sie ist bei weitem nicht so tödlich wie befürchtet und wird nie so tödlich sein wie alle anderen Krankheiten, die nur die Bestie in Menschengestalt kennt.

Wenn die Welt nur die Hälfte der Zeit genutzt hätte, statt über Panik und Krankheit zu sprechen, an die Gesundheit und Genesung der Menschen zu appellieren, gäbe es halbsoviele Todesopfer an Covid-19 und viel viel weniger Kollateralschäden.

Doch dieser Zug ist abgefahren und dort springen jetzt noch die letzten Künstler mit auf, um sich das letzte grosse Sahnie- (Hallo Hans) Weltuntergangsstück zu teilen, statt die Kunst zu retten, an der sie mit zahlreichen Scheiben selbst beteiligt waren und von dessen Infrastruktur sie Mitte der 80er enorm profitierten. Nun geht Jan Vetter davon aus, dass sich Kunst immer wieder durchbeißen wird, doch wenn erst die Basis weggebrochen ist, wird es keinerlei Kreativität mehr geben, denn diese wird ja in diesen Tagen sowieso nur durch zwei strophige Kommerzdiktatur unbeindruckend abgeliefert. Wenn man so viele Vorbilder wie The last of the famous international Punks: Morrissey und Sid Vicious hat, darf man deren Erbe nicht so mit Füßen treten, wie das nun geschehen ist. Man muss die Werte hoch halten, die einen zu dem machten, der man war und leider nicht mehr ist. Man muss gerade jetzt Konzerte als Millionärs-Künstler geben, um damit die kleinen zu unterstützen, man muss selber Konzepte entwickeln, um einer neuen Krankheit mit Lebensfreude lachend und mit Spass entgegen zu treten. Stattdessen meint Jan Vetter, wie soll man sich pogende Ärzte Fans mit 4 Meter Abstand vorstellen? Zu welchem Song genau sollen diese minderbemittelten Stromschwimmer abgehen? Zu Siri, Siri reibt sich an Alexa ganz sicher nicht.

Eine absolut falsche Welt, die genauso eine Fehleinschätzung darstellt, wie die der Wissenschaft zu Corona, denn Krankheiten gibt es zu viele, jetzt gibt es eine neue. Es lohnt sich nicht für Krankheiten zu leben, es lohnt sich für die Gesundheit und Lebensfreude zu kämpfen und nicht der Politik mit ihren lächerlichen Philosophien über Freiheit zu folgen, denn die Maske ist kein Symbol dieser, sondern ein Symbol Jahrhunderter langer Verfehlungen.

Und darum ich leg ich keine Ärzte CD mehr ein.
Und darum hack ich meine Ärzte Platten klein.
Und darum übermale ich meine Ärzte Wand.
Und darum zünd ich mein Ärzte Shirt an.
Und meine Vergangenheit brennt!

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